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Was meine Bewunderer nicht wissen (sollten)

15. September 2016
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Mit Sicherheit sind einige Dinge überspitzt und sarkastisch dargestellt, dies spiegelt jedoch einfach nur meinen Charakter wieder und gehört sich einfach so. Jedenfalls gehorchen meine Finger mir da einfach zu selten. Haben sie sich von Samir abgeschaut. Der tut das nämlich auch sehr gerne. 

 „Ich bewundere Dich so für diesen Schritt“ 

Solche Nachrichten und viele mehr, haben mich ziemlich oft erreicht, nachdem ich bekannt gab, dass ich alle meine Sachen packen werde und aus Deutschland verschwinde. Auswandern nach Irland! Für immer. Ja ich weiß, das für immer kann sich sicher noch ändern, aber es klingt einfach viel besser, als zu sagen: für vielleicht immer.

Vielleicht ist so ein Wort, welches eigentlich ein Nein ist und nicht als solches ausgesprochen werden will.

„Hängen wir ein Vielleicht daran, dann klingt es nicht so endgültig.“

Denkste. 
Nein, ich will kein Vielleicht und auch kein Eventuell. Ich will weg und zwar für immer. Nun haben es auch die letzten verstanden, die mir mitteilten, dass sie sich freuen mich in einem Jahr wieder zu sehen.

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„Ne du, ich bin Etwas länger weg.“ Ja da werden die Gesichter etwas länger, aber dann kommt der Spruch, wie mutig ich sei. „Boah Lia, wie mutig Du bist“ Dabei komme ich mir gar nicht so mutig vor. Klar, ich ziehe nach Irland. Aber ist das mutig? Eigentlich ziehe ich doch nur ein paar Tausend Kilometer weiter. Und so ganz mulmig ist mir bei dem Gedanken nicht. Klar freue ich mich, aber da gibt es einige Dinge, die mich dann doch beschäftigen und sicher auch einige Andere. Aber zeigen wollen wir sie natürlich nicht. Ich gebe euch hiermit einen kleinen Ausschnitt in meine Gedankenwelt und welche Fragen ich mir so stelle, bevor ich in das Land der Iren verschwinde. 

  1. Wer kommt zu meiner Abschiedsparty? 
    Ich habe gemerkt, dass es mir persönlich wichtig wäre eine solche zu geben. Doch sicher kennt ihr den Gedanken auch, wenn ihr eine Party schmeißt. Kommt überhaupt Jemand? Macht es überhaupt Sinn eine zu geben? Sie halten Dich für arrogant und überheblich. Schließlich gibst Du eine eigene Party für Dich. Am Ende erwartet sie noch, dass wir sie ganz traurig an uns drücken und ihr sagen, wie sehr wir sie vermissen. Sicherheitshalber bezahlt man ein paar Leute fürs Kommen, das es zumindest den Anschein erweckt, wie interessant man doch ist. Ich gehe dann mal mein Sparschwein plündern.

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  2. Gibt es in Irland Brücken?
    Klar ich wandere aus, habe mir ein minimales Polster geschaffen und eigentlich sollte doch nichts schief gehen. Doch die Frage stellte ich mir tatsächlich. Zwischen den ganzen idyllischen Fotos von tollen Landschaften, grünen Weiden und Burgen, habe ich noch keine Brücken gefunden. Wenn ich Pleite bin brauche ich doch einen Platz zum schlafen. Da sollte doch wenigstens eine Brücke zu finden sein. Schön wäre es natürlich, wenn Hunde dort auch erlaubt wären. Will schließlich keinen Stress mit meinen Obdachlosenmitbewohnern bekommen. 
  3. In Irland ist Alles anders
    Wer kennt das nicht? Man schiebt eine Sache ewig vor sich her und bekommt sie einfach nicht umgesetzt. Und dann plötzlich hat man eine Idee. Man spinnt sich eine völlig verrückte Sache zusammen. Am besten zieht man um, oder man kauft sich Etwas Neues. Besser noch, man führt völlig drastische Maßnahmen durch, wie eine neue Haarfarbe, ein neues Outfit oder man probiert zum tausendsten Mal den perfekten Lidstrich aus. Und wenn man nur darauf wartet diese Sache zu tun oder sie getan hat denkt man: „Ab heute wird alles Anders. Das neue Handy verändert mein Leben. Das neue Outfit macht einen neuen, begehrenswerten und unwiderstehlichen Menschen aus mir. Und wenn ich erstmal umgezogen bin, dann schaffe ich neue Dinge, die ich seit Monaten nicht schaffe“ Eines dieser Dinge ist mein Vorhaben Videos zu drehen. „Vor Irland kann ich auf keinen Fall Videos drehen. Aber ab dann…ja dann klappt das sicher. Ist ja was ganz Anderes, so in Irland. Dann flutscht das Ding nur so.“
    Klar Lia, daran lag es sicher. 
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  4. In welche Tonne entsorge ich meinen Bikini?
    Wenn ich die Leute um ihre Erfahrungen über Irland ausquetsche, berichten sie selten darüber, wie sehr sie das Baden im Meer genossen haben. Ich glaube meine Packliste besteht nur aus Winterstiefeln, dicken Pullovern und Winterjacken. Ich reise im Oktober, klar packt man da dicke Sachen ein. Aber die Leute wissen nicht, das dies meine Packliste für den irischen Sommer ist. Meinen Bikini kann ich doch eigentlich gleich zuhause lassen oder entsorgen. In meiner Vorstellung habe ich mit Panzertape einen Regenschirm an meinen Rücken geklebt und mache mir Gedanken darüber, wie ich meinen Hund Samir dazu bekomme, nicht in den tiefsten Schlamm zu versinken. Die Bilder auf Instagram, auf denen badende Leute zu sehen sind, sind einfach Fake. SO! 

    Aber vielleicht packe ich ja doch ein paar Turnschuhe ein und lasse die Anglerhose dafür zuhause. Eine kleine Chance will ich dem irischen Wetter dann doch geben.
  5. Was machen wenn die Tarnung auffliegt?
    Bisher habe ich mich ja ganz gut gehalten in der Maskerade der supercoolen und mutigen Lia, die eben mal ganz alleine das Land verlässt. Einfach mal eiskalt den Job gekündigt und nebenbei ganz fröhlich plaudernd im Gespräch mit den Leuten antwortend: „Aufgeregt? Iiich? Nööö!“ Gleichzeitig schon den nächsten Zettel an die innere Schädelwand pinnend auf dem steht: „Wo zur Hölle bekommst Du Deine ganzen Sachen unter? Samir muss noch geimpft werden. Vielleicht musst Du auch mal geimpft werden? Gegen Spinneritis oder so. Und dann die Frage: Was hast Du Dir dabei eigentlich gedacht??? Weise lächelnd unterstreiche ich mein „Aufgeregt? Iiich? Nööö!“ mit einem heftigen Kopfschütteln. Und dann setze ich den Haken bei: Kostüm muss halten!Ein wenig Wahrheit steckt in jedem dieser Punkte und eigentlich sollen sie nur zeigen, dass auch ich mir mit Sicherheit über das ein oder Andere den Kopf zerbreche. So ganz mutig bin ich ja dann doch nicht. Aber ich bin spontan, risikofreudig und einfach viel zu verrückt um am selben Ort jahrelang zu versauern. Also folge ich einfach nur meinem Herzen! Und das solltest Du auch tun. 

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6 Comments

  • Reply Petra Kirchmer 19. September 2016 at 22:33

    Nimm den Bikini mit, ich habe mir in Irland tatsächlich schon mal nen Sonnenbrand geholt – in kurzen Hosen und Tanktop 😉

    Ich wünsch dir alle Gute und werde dir hier folgen

    • Reply Lia Falinski 20. September 2016 at 12:45

      Oh okay 😀 ja dann werde ich das wohl besser mal machen! Ich werde ihn wahrscheinlich eh brauchen! Wieso werdet ihr noch erfahren 🙂
      Danke für dein Kommentar und ich freue mich, dass du mir folgen möchtest 🙂

  • Reply Jennifer 19. September 2016 at 22:53

    Heey:)
    Toller Blog. Weiter so!
    Deine ersten Beiträge sind echt super und ich habe ein paar neue Sachen über dich erfahren.
    Ich finde es super, dass du uns offen begegnest und uns auch mal erzählst wies eigentlich aussieht…
    Ich Freue mich schon total dich auf deiner reise indirekt begleiten zu können und werde meine vorfreude vergrössern lassen, Irland in einem Jahr auch zu sehen.
    Liebe Grüsse Jennifer❤😄
    aka little_nightingale_ auf insta 😋

    • Reply Lia Falinski 20. September 2016 at 12:44

      Vielen dank liebe Jennifer 🙂

      Offenheit und Ehrlichkeit ist mir sehr wichtig und auch nur so möchte ich den Menschen da draußen begegnen 🙂
      Und dazu gehört eben auch, die Schattenseiten, die mich eigentlich nicht traurig stimmen, sondern anspornen mein Leben so zu leben,wie ich möchte 🙂

  • Reply Svenja 20. September 2016 at 16:16

    wow, cooler Artikel und sehr, sehr toller Schreibstil 🙂 Mach weiter so.

    Ich wünsche dir eine tolle Zeit (ein tolles Leben) in Irland. Und vielleicht lässt sich die Sonne zwischendrin doch mal für ein Stündchen blicken 🙂

    LG Svenja

  • Reply Lela G 17. Oktober 2016 at 5:44

    Ich kann Dich so gut verstehen! Bei mir ist es andersrum, mir sagt keiner wie mutig ich bin – mir sagen nur alle, was für eine schlechte Idee das doch ist, auszuwandern. Und gerade wegen der vielen negativen Reaktionen bin ich mir gar nicht mehr sicher, ob ich wirklich eine Abschiedsparty möchte?! Ist es nicht irgendwie geheuchelt, wenn meine sogenannten Freunde, die selbst jetzt noch wo der Vertrag unterschrieben ist versuchen mich umzustimmen, meinen Abschied feiern?!

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