Raus aus dem Alltag

Warum ich aussteige und warum auch Du das schaffen kannst!

21. September 2016

Erfolg, Geld, Gesundheit, Glück, Liebe, Familie. So ungefähr sind meistens die Wünsche der Menschen, denen ich täglich im Alltag begegne. Und viele davon sagen auch, wie zufrieden sie mit ihrem jetzigen Leben sind. Ich war schon immer voller Energie, Tatendrang. Mir wird sehr schnell langweilig und daraus resultiert dann meistens ein Willen nach Veränderung. Aber ich war immer der Meinung, es gäbe einfach nur den einen Weg, den so viele gehen. Es gibt nur den 9-17 Uhr Arbeitstag und das Wochenende, an dem ich mich erholen müsste. Ich war damals ehrgeizig darauf einen Beruf zu erlernen, den ich auch Zuhause ausüben kann. Noch bevor ich überhaupt mit der Schule fertig war, wusste ich: Du kannst nicht so arbeiten wie die Anderen. 

Ich hatte mal Träume, bei denen ich mir heute den Kopf schüttele. Ich liebe Luxus. Aber ich liebe auch absoluten Minimalismus und brauche so gut wie nichts zum Leben. Ich liebe mein teures Smartphone (das übrigens vor ein paar Tagen kaputt ging) sehr und kann aber auch mal ein paar Tage ohne dieses in der Natur ausharren ohne eine Menschenseele. Ich sage zu einem teuren Hotelzimmer mit Massage sicher nicht nein und habe aber auch kein Problem damit, zusammen mit meinem Hund im Auto zu übernachten. Manchmal sind es richtig krasse Gegensätze und ich hatte oft das Gefühl mich entscheiden zu müssen. Entscheiden für ein Leben, aus dem ich nie wieder raus komme. Wie verrückt. Man kann immer Etwas ändern in seinem Leben, egal wann!

Und zudem bestand mein Alltag aus Planung. Das Planen über meinen Wohnort, meine Familie, mein Haus. Alles perfekt durchgeplant, wie in einer Ikeafamilie in ihrem perfekten Ikeawohnzimmer. Für mich war so vieles klar und bombenfest. Ich werde ein Haus haben, mit Tieren, Kindern und am Besten arbeitet man von Zuhause aus. Und heute? 
Ich habe gemerkt, dass es auch anders geht. Diese ganze Planung war eigentlich wenn man es genau betrachtet einfach nur ein Plan B für meinen gescheiterten Plan A gewesen. Plan A war meine Auswanderung. Ich vermisse das Meer wie verrückt und plante schon meine nächste Flucht für ein paar Wochen im Sommer. Flucht! ja genau, wie verrückt oder nicht? Wieso flieht man? Und wieso braucht man Urlaub? Ist es nicht völlig absurd, dass man sein Leben so lebt, dass man davon Urlaub nehmen muss? Sich wochenlang auf eine Auszeit freut? Meiner Meinung nach läuft genau an dem Punkt Etwas schief.

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Man macht grundlegende Dinge in seinem Leben verkehrt, wenn man davon wirklich eine Auszeit braucht! Wieso lebt man sein Leben nicht im vornherein so, dass man gar keine Auszeit braucht? Alleine der Gedanke daran, über 40 Jahre so zu leben lässt mich durchdrehen! Mein Traum mit 10 Jahren war es, dorthin zu ziehen wo ich auch Urlaub machen würde. Wieso sollte ich jedesmal dort in den Urlaub fahren, wenn ich nicht auch gleich dahinziehen kann? Naiv und dumm? Sein Leben zu vergeuden und unglücklich damit zu leben, ohne Etwas zu unternehmen. Das ist naiv und dumm. 

Meiner Meinung nach kann man immer Etwas verändern und wenn wir genau hinsehen, dann merken wir, dass die meisten Dinge die uns halten nur emotionalen Wert haben. Selbst ein Haus, was man sich gerade gebaut hat, kann man verkaufen. Kinder sind ebenso wenig ein Grund, um immer den gleichen Alltag zu bewältigen. Genau wie ein schlechter Beruf.

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Grundlegende Dinge verändern sich, wenn man sie ändert. Hier mal eine kleine Aufzählung, wie man sich unabhängiger machen kann und seinem Traum vom Aussteigen näher kommt!

  1. Fixkosten
    Diese sinken automatisch, wenn man keine teure Miete mehr bezahlen muss und kein Auto abzubezahlen hat. Alles kann man verkaufen, was man besitzt! Man braucht nur den nötigen Biss, sich auch darum zu kümmern. Je weniger Ausgaben man im Monat hat, desto weniger Existenzängste plagen einen. Also einfach mal Prioritäten setzen und diese verringern. Dann klappt auch der Traum vom „Ausstieg“
  2. Besitz
    Je weniger Du besitzt, umso weniger Sorgen und Stress musst Du Dir deswegen machen. Je weniger Du hast, desto weniger Ausgaben hast Du und Du musst nicht so viel arbeiten dafür. Außerdem verbrauchen sie viel Platz und Zeit. 
  3. Ausgaben
    Diese können auf jeden Fall verringert werden. Heutzutage überlege ich mehrmals, ob ich das, was ich gerade kaufe wirklich brauche. Ich war schon immer extrem sparsam mit dem was ich hatte. Statt Essen zu gehen, kann man auch mal Freunde zu sich nach Hause einladen auf einen gemütlichen DVD oder Spieleabend. Du sparst Geld und ganz nebenbei verbringst Du viel intensiver Deine Zeit mit Deinen Freunden. Wenn Du viel unterwegs bist, hast Du eh keinen Platz für viele Klamotten, also brauchst Du gar nicht so viel kaufen! Im Gegenteil. Verkaufe das, was Du gar nicht mehr anziehen möchtest. 

Ein Ausstieg bedeutet nicht immer, dass man sich jetzt gegen alle Regeln der Gesellschaft stellt, alles doof findet und jetzt mit langem Bart auf seinem T5 Bus an einer Klippe sitzt und eine kifft. Ebensowenig werde ich meinen Pass wegschmeißen. Ich steige aus von den Regeln, die von klein auf so eingeprägt wurde. Man muss arbeiten gehen, um zu überleben. Dabei setzte man mich in ein BIZ vom Arbeitsamt und gab mir die Möglichkeiten, mich für einen Beruf zu entscheiden. Niemals sagte man mir, ich könne auch einfach reisen und die Welt sehen. Dabei als Freelancer oder Volunteer arbeiten. Wieso sagte mir keiner was davon? Weil es nicht die Norm ist und es ja viel zu unsicher ist. Lasst Euch niemals einreden, ihr wärt zu alt für einen Ausstieg. Wieso sollten das nur junge Menschen machen können? Lasst Euch nichts von Anderen vorschreiben, was normal ist! Es ist immer nur so unsicher, wie man es sich einredet! Wenn man will, dann kann man auch! 

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2 Comments

  • Reply Edgar Jordan 22. September 2016 at 22:19

    Nur eine kleine Anmerkung zum Besitz habe ich – nämlich die, dass du, obwohl du deine Habseligkeiten sicher mit bedacht reduziert hast, immer noch mehr besitzt als die meisten Menschen auf der Welt, die dafür zum großen Teil auch noch tagein-tagaus schuften müssen. Versteh das nicht als Kritik an deinen Plänen – aber sei gewiss, dass du und die meisten, die diesen Blog lesen werden, so verdammt auf der Sonnenseite des Lebens stehen! Und vielleicht machst du wirklich für dich das Beste daraus, indem du die dir erwachsene Freiheit kompromisslos nimmst. Viel Glück dabei, und ich bin gespannt, wohin es dich nach Irland treiben wird!

  • Reply Lela G 17. Oktober 2016 at 5:32

    Sehr inspirierend.

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