Allgemein, Reisevorbereitung

Warum gerade Irland?

25. Oktober 2016

Einer der häufigsten gestellten Fragen ist:

„Warum gerade Irland?“

Meistens habe ich darauf keine exakt richtige Antwort. Beziehungsweise keine, die alles vollständige beantworten könnte. Ich weiß es manchmal sogar selbst nicht, wieso ich gerade Irland ausgesucht hatte. Aber ich versuche mal zu beschreiben, was genau mich in dieses Land verschlägt und welche Gedanken ich hatte, als ich gerade Irland ausgesucht habe.

Ich hatte schon sehr lange mit dem Gedanken gespielt Deutschland zu verlassen. Dies war keine willkürliche Entscheidung gewesen. Spontan war sie im Nachhinein, aber im Vorfeld wusste ich schon viel länger, wo ich hingehöre. Nicht an einen Platz, sondern an viele! Wieso sollte ich in Deutschland bleiben? Sollte es das schon gewesen sein? Ich hatte doch noch so viel vor mir und noch so viel zu sehen! Und immer wieder kam der Gedanke an meine Zukunft. Wie oft hatte ich geplant, versucht die Kontrolle über alles zu haben, was um mich herum geschah. Jahrelang hatte ich mich mit Immobilen auseinandergesetzt. Anzeigen studiert, um ja nicht den perfekten Moment zu verpassen. Ich hatte Filme gesehen, die traumvollen Landschaften beobachtet. Wer hat nicht schon den „Pferdeflüsterer“ geschaut und sich gewünscht für nur einen Tag mal in dieser Landschaft zu sein unter all den Cowboys auf den Pferden durch die Prärie zu reite. Ich schon!

pexels-photo-29426

Ich hatte meine ganze Zukunft geplant. Von vorne bis hinten. Jeden Tag an die Tage gedacht, die noch so weit in der Ferne lagen. Selten habe ich im hier und jetzt meine Gedanken verweilen lassen und mich wie die Lia gefühlt, die 23 Jahre alt ist und einfach Dinge tut, die man mit 23 so tut. Ich wollte immer älter sein, fühlte mich älter und hatte den Drang einfach 10 Jahre in die Zukunft zu reisen um endlich mein Leben wirklich anzufangen. Aber wieso 10 Jahre und wieso sollte es erst dann beginnen? Fragen auf die ich selten eine gute Antwort habe. Vielleicht habe ich zu viele Filme gesehen 😀

Ich weiß, es sind nur Filme! in Wirklichkeit läuft das Leben nicht so ab. Aber ich wusste auch, dass es noch so viele andere Dinge zu sehen geben sollte. Wieso sollte ich nach dem Motto: „Das Leben ist kein Ponyhof leben?“ Wer zwingt mich dazu, hier zu bleiben? Im Grunde Nichts und Niemand. Neidisch betrachte ich also weiter andere Menschen, die ihren Plan verfolgen, ihr Leben in ständigem Abenteuer leben, ihre Zeit scheint so viel mehr zu beinhalten als meine eigene. Ein Au Pair Jahr war ebenso mein Traum, ein nie verwirklichter. Aber ich wusste auch genau, was mich nach diesem Jahr erwarten würde. Die Sehnsucht nach einem weiteren Jahr und immer wieder würde ich wissen: Das ist nicht mein Zuhause, du musst wieder zurück!

artikelbild_irland2

Von Irland hatte ich schon viel gehört. Tolle Landschaften, tolle Menschen. Die Fußaball-Europameisterschaft weckt in mir neues Interesse. Dabei mag ich doch gar kein Fußball (mehr). Was ist los mit den Iren? Sind sie wirklich so ein tolles Volk? Dann passierten viele Dinge auf einmal. Weitere Menschen um mich herum verließen das Land. Lebten ihre Träume. Und ich? Ich dachte ich hatte den Plan. Meinen Masterplan! Doch der wirkt so viel weniger bedeutend, wenn ich meine echten Träume tief in mir drin anschaue. Ich – unterwegs am Strand. Ich – zusammen mit vielen tollen Menschen im Pub. Ich – im tiefsten Dschungel. Und wo war ich? Nix Dschungel, nix Strand. Arbeiten, Fotografieren, immer am Rande des Burnouts. In den guten Zeiten waren es fünf Stunden Schlaf. Der Rest geht für Bildbearbeitung, Mails und Recherche drauf. Und doch war ich glücklich! Eben nur am falschen Ort.

Nachts um drei Uhr noch schnell nach ein paar Jobs im Ausland geschaut. Was kann ich schon groß arbeiten? Als Mechaniker? Als Koch? Frustriert hatte ich schon aufgegeben! Doch es war eine Gesuch für ein Horse-Au Pair. Ich schrieb schnell eine Mail und erhielt prompt am nächsten Tag eine Antwort und eine feste Zusage am nächste Tag. Ich hatte mir keine großen Gedanken gemacht, keine stundenlangen Internetrecherchen betrieben was es wirklich bedeuten sollte. Ich habs einfach gemacht!

Zudem bekam ich gleich mehrere Angebote für Social Media Marketing von verschiedenen Firmen und bin dort nun selbstständig als Freiberuflerin tätig.

Der Hof, mit dem ich Kontakt hatte sollte es dann doch nicht werden aus diversen Quellen fand ich heraus, dass ich mir besser eine andere Bleibe suchen sollte. Ich hatte Kontakt zu einer Freundin aus Deutschland, die zufällig im selben Moment auch in irland lebte. Sie schrieb mir wir unglücklich sie in ihrem bisherigen Stall sei. Sehr bald hatten wir zusammen einen Hof gefunden und spontan beschlossen gemeinsam unser Glück zu versuchen. Nun bin ich hier. In Irland!

14715553_1821219928095934_6352854339429269856_o-2

You Might Also Like

3 Comments

  • Reply Annie 25. Oktober 2016 at 19:12

    Das hast du so schön geschrieben und ich freue mich, dass du nun endlich deinen Weg gehen bzw finden kannst:) Du machst alles richtig 🙂 Hast du dich im Fotografenalltag eingesperrt gefühlt? Immer abrufbereit zu sein zb?

    • Reply Lia Falinski 25. Oktober 2016 at 21:53

      Vielen vielen Dank 🙂 habe ich nicht, aber ich wollte schon immer einen Schritt weiter und nicht stillstehen 🙂

  • Reply Pat 26. Oktober 2016 at 9:39

    Echt cool Lia! Und mal ne Frage: Sind die Schafe blau in Irland? 😛 Sieht so aus auf dem einen Foto unten rechts in der Ecke 😀

  • Leave a Reply