Reisebericht Irland

Irland – Die Ankunft #1

14. November 2016

Lange habe ich daran gegrübelt, lange überlegt, wie ich am Besten meine Eindrücke so gut es nur geht an Euch weitergeben kann. Es ist fast unmöglich, all das, was ich hier erlebe in Worte zu fassen. Und wieder mal weiß ich, dass ich unglaubliches Glück hatte.

Wie so oft. Aber fangen wir mal an.

Wer mich ein wenig verfolgt hat, weiß welche Beweggründe ich hatte und wieso ich Irland gewählt habe. Wer das noch nicht weiß kann das ganz schnell hier nachlesen.

Ich hatte vor in Frankreich einen Zwischenstop einzulegen, den Plan verwarf ich nach einigen Litern Red Bull allerdings wieder. Meine Augen waren so groß wie Billiardkugeln.

Nach 8 Stunden kam ich in Cherbourg an. Dort ist der Hafen, von dem aus ich nach Irland fahren sollte. Außerhalb der Stadt fand ich einen Parkplatz, machte es mir in meinem selbstgebauten Bett bequem und schlief ca. 3 Stunden zusammengekuschelt mit Samir. Die Aufregung kam immer noch nicht. Schließlich war ich noch nicht in Irland 😀 Es konnte noch sooo viel passieren.

Ich kam am 17.Oktober gegen 8.00 in Rosslare mit der Fähre an. Mich wunderte es ein wenig, wie pünktlich wir doch waren, ich hatte einige Berichte gelesen, wie unpünktlich manche Fähren doch sind. Kaum vom Schiff runter, ging es Richtung Ausgang. Eine nette Polizistin begrüßte mich sofort und fragte mich über meinen Aufenthalt in Irland aus. Hier bemerkte ich gleich wie unheimlich nett man hier behandelt wird. Ich hatte das Gefühl eine alte Bekannte vor mir zu haben, die ich schon lange nicht mehr gesehen hatte. Sie hatte ehrliches Interesse und empfahl mir gleich mehrere Orte, die ich besuchen solle. Sie wünschte mir noch alles Gute und ließ mich durch.

Mit Schreck stellte ich fest, dass der Kreisel völlig falsch gebaut wurde. Doch Moment, ich hatte einfach vergessen, dass hier Linksverkehrt herrscht. Oops!

Dann noch ganz schnell an den Lkw vor mir drangehängt, in der Hoffnung, er würde mir schon zeigen, wie ich fahren soll.

„Lia, Atmen und fahren, so schwer ist das nicht!“

Das Fahren, nicht das Atmen.  Zugegebenermaßen beschwerte ich mich innerlich, dass es eindeutig alles viel zu schnell ging. Ich hatte doch gar keine Zeit gehabt um mich vorzubereiten. Dafür hatten die 18 Stunden auf der Fähre einfach nicht gereicht. Wo sollte ich jetzt hin? Mein Navi war noch nicht eingestellt und ich fuhr brav ganz links auf einer Landstraße. Doch wohin?

Ich bog aber recht zügig dann an der nächsten Tankstelle ein, die zum Glück auch auf meiner Seite lag und versuchte meinen Puls und meine Gedanken zu sortieren. Navi noch schnell eingestellt und weiter meinen Gedanken nachgehangen. Ich stellte fest, dass ich auf einem völlig verkehrten Platz parkte. Bzw stellte dies ein weiterer LKW-Fahrer fest. Das musste er mir natürlich auch sofort mitteilen mit seiner Hupe. Ich wog hin und her zwischen Polizistin und fies hupendem LKW-Fahrer und beschloss Irland weiterhin sympathisch zu finden. Mein Navi zeigte mir 5 Stunden an für 300km. Verrückte Welt, aber auf geht´s!

Die Fahrt verlief recht unspektakulär. Ich hielt Ausschau nach einem Phoneshop, da ich eine irländische Nummer haben wollte, aufgrund des Internets hier. Ich stellte fest, dass es an jeder zweiten Ecke einen Friseur gab, aber weit und breit suchte ich einen Phoneshop vergeblich. Also weitergedüst und nebenher überlegte ich, auf Frisiertante umzuschulen. Schien sich ja hier zu lohnen. Aber ich wollte doch online arbeiten! Also hing ich abermals meinen Gedanken nach und traf schon bald in CONG ein. Einem kleinen – sorry- sehr kleinem Dörfchen in der Nähe vom Galway ein!  Ich hatte mich dort mit Simone verabredet, da wir zusammen für 1,5 Monate in Irland auf einem Hof arbeiten wollten. Sie hatte ebenso noch eine Freundin organisiert und so fuhren wir zu dritt in Richtung Westport.

Samir hatte ich zwischendurch immer mal wieder rausgelassen zum Pinkeln und zum Füttern. Er überstand die Fahrt sehr gut und war recht aufgeregt. Nach ca. einer Stunde Fahrt kamen wir in Westport im Hotel an. Ja ihr lest richtig. Unser Chef Michael hatte und in seinem Hotel untergebracht. Es war ein Luxus – Spa Hotel und was soll ich sagen? In den ersten Stunden wartete ich förmlich, dass Jemand aus der Hecke springt und ruft „Its just a PRANK!“ Wir hatten zwar zuvor Bescheid gesagt bekommen und uns auch ausreichend informiert, aber es dann wirklich live zu erleben, ist nochmal Etwas ganz Anderes. Wir bekamen recht schnell unseren Schlüssel für unser Zimmer und der Moment, als wir das Zimmer betraten war unglaublich. Wir waren im Paradies angelangt! Doch für mich gab es noch eine Sache, die mir Etwas Magenschmerzen bereitete. Dazu komme ich bald!

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Simone & Verena durchsuchen die Speisekarte des Hotels…

Michael ist ein unglaublich netter Mensch. Er lacht selten, hat aber hier und da ein Lächeln für mich auf den Lippen. Am gleichen Abend fuhr er uns mit seinem Pickup zu seinem Stall, zeigte uns die Pferde und fuhr mit uns die verschiedenen Tracks ab. Sein irisch verstand ich nur sehr schwer, aber Simone übersetzte mir Einiges, was ich nicht verstand. Dazu kam, dass er in einer Geschwindigkeit sprach, die nichtmal die Iren hier verstehen können. Hab ich mir sagen lassen 😉

Abends saßen wir noch in einem Pub, genossen unseren Tee und hier begann ein Punkt, an dem ich kurz davor war meine Sachen zu packen und zu gehen…. Das erfahrt ihr hier

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Ich liebe diesen Pub…

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10 Comments

  • Reply Simone 14. November 2016 at 19:03

    <3 ! Einfach schön, dass Du hier bist 🙂

  • Reply Sangeeta 14. November 2016 at 20:04

    Was war auf der Fähre? Wo war dein Hund auf der Fähre? Und darf er mit ins Hotel? Du schreibst etwas sprunghaft. Ich kann ja verstehen, dass du von Lsnd ne Leuten fasziniert bist, aber hol mal tief Luft und Schreibens nach dem anderen. Rosslare Undank schwups bist du in der Nähe von Galway…..schade, dass du nicht schreibst, wie es dir in den ca. 300km dazwischen gegangen ist….
    Ich freue mich auf die Fortsetzung

    • Reply Sangeeta 14. November 2016 at 20:06

      Sorry….mein iPad hat offenbar eigene Vorstellungen, was geschrieben werden soll….verzeih mir die Fehler, ich hoffe, du weißt trotzdem was ich meine 😉

    • Reply Lia Falinski 15. November 2016 at 1:06

      Der Beitrag mit meinen Erfahrungen auf der Fähre wird die Tage online gehen 🙂 Das kommt natürich extra 🙂

      Wie es mir in den 300km ergangen ist? Ich bin 4 Stunden Auto gefahren, habe Musik gehört und mich gefragt, wann ich endlich da sein werde 😀 Viel ist das nicht passiert 🙂

  • Reply Anni 14. November 2016 at 23:55

    Ich wünschte ich wäre nochmal 23 und ungebunden 😔 mit einem Partner und einem Kind an der Seite ist das Auswandern ziemlich schwer. In 4 Jahren ist mein Mädchen mit der Schule fertig…. Das soll meine Deadline sein im endlich nach Hause zu können. Doch was ist mit den Eltern? 😔

    … Ich bin auf die Fortsetzung gespannt.

    • Reply Lia Falinski 15. November 2016 at 1:07

      sehr gerne freue ich mich zu lesen, wenn Du dann von Deinen Erfahrungen berichten möchtest 🙂 In 4 Jahren kann sehr viel passieren. Die Technologie entwickelt sich und auch Menschen verändern sich 🙂 Du wirst sicher dann auch wissen wo du hingehörst 🙂

  • Reply Mario Piepenburg 17. November 2016 at 8:12

    Sehr spannend. Ich fiebere richtig mit und bin gespannt, wie es weiter geht. 🙂 Viel Glück weiterhin !!!

  • Reply Irland – Du kommst hier nicht rein #2 | Join my escape! 17. November 2016 at 18:54

    […] Hier geht´s zum ersten Teil: Irland – Die Ankunft #1 […]

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