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Irland – Du kommst hier nicht rein #2

17. November 2016

Hier geht´s zum ersten Teil: Irland – Die Ankunft #1

Da war ich nun. Auf einer Insel umgeben von Wasser. Nicht nur Wasser von der Seite. Nein von oben, von unten. Eigentlich überall. Eigentlich ist es sinnlos über so viel Wasser überrascht zu sein. Mich hatten genug Menschen gewarnt. Aber fahren wir nun fort, welche Gedanken sich an diesem Abend noch breitmachten.

Ich saß am gleichen Tag der Ankunft nun mit Simone, Verena und meinem Chef Michael in dem Pub in Westport. Der Pub war unheimlich schön und urgemütlich. Doch da gab es ein Problem. Ich war innerlich zerrissen und kein klarer Gedanke war mehr zu fassen. Ich hatte das Zimmer gesehen, den Spa, die Pferde. Draußen war es bereits stockfinster. Direkt neben mir prasselte ein Feuer im Kamin. Samir lag davor und schlief. Ja, da hatte ich auch schon mein Problem. Viele werden sich denken, was kommt und auch viele werden sagen: “Mensch, das weißt du doch nicht erst seit gestern!” Fakt war: Im Hotel waren keine Hunde erlaubt. Dafür hatte ich auch völligstes Verständnis und ebenso wusste ich das bereits von Anfang an. Michael hatte mir angeboten, der Hund könne im Stall übernachten mit seinem anderen Hund Sam, einem Golden Retriever. Für mich im ersten Moment absolut nicht abwegig. Samir ist auf einer Farm aufgewachsen und hat die lezten vier Jahre immer mit Pferden und anderen Hunden gelebt. Außerdem liebte er es draußen zu sein und verabscheute die Enge genauso wie ich. In den letzten Wochen vor meiner Abreise hatte er auch nie im Schlafzimmer mit mir geschlafen, sondern draußen. Dort ging es ihm deutlich besser. Die Nähe zu mir brauchte er nachts also nicht. Im Bett war er bei mir eh nicht geduldet, also war nur die Entfernung vom Hotel zum Stall ein Problem.

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Doch der Stall kam an diesem Abend für mich absolut nicht in Frage, da er mit 5 km einfach zu weit vom Hotel lag und ich nicht kontrollieren konnte wohin er laufen würde. Samir ist kein einfacher Hund. Ihn kann man keineswegs irgendwo abliefern und sich selbst überlassen. Auf der anderen Seite ist er gerne für sich und kann auch mal locker einige Stunden ohne mich einen Hof erkunden. Da saß ich nun in einem Pub, mein Hund neben mir und ich wusste, dass ich hier eigentlich nicht hergehörte. Der Rest klang einfach viel zu gut um wahr zu sein. Am nächsten Tag war schon der erste Ritt geplant, wir bekamen drei Mahlzeiten am Tag, konnten das Meer genießen und die Leute waren alle sehr freundlich. Wieso also zögern? Ich gab Simone und Verena mein Problem zu verstehen. Um keine Zeit zu verlieren sprach sie ihn zu meiner Erleichterung direkt darauf an, da mein Englisch zu diesem Zeitpunkt nicht ausreichte, um die ganze Lage zu erklären. Ich sah mich schon die Nacht im Auto verbringen. Innerlich packte ich bereits meinen Koffer. Mir war klar, dass Michael kein Interesse haben würde das Problem zu lösen. Es war mein Problem und ich hatte ausreichend Zeit im Vorfeld gehabt um mir darüber Gedanken zu machen. Ich wäre fast vom Stuhl gefallen, als er mir sagte, dass wir eine Lösung finden würden, mit der alle einverstanden wären. Niemals hatte ich mit dieser Reaktion gerechnet. Gedanklich packte ich meinen Koffer wieder aus lies ihn aber noch geöffnet im Zimmer. Verdammt! Ich war einfach zu misstrauisch.

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Ich entschloss mich jedoch nicht undankbar zu sein und war durchaus bereit mir Michael´s Lösung gerne mal anzuschauen. Ich wollte nicht völlig verquert sein, da ich wusste, das ich Samir mehr zutrauen sollte als ich es tat. Er ist zwar extrem anhänglich, meinem Geschmack aber auch zu sehr an mich gebunden. Selten habe ich einen so dominanten und gleichzeitig unterwürfigen Hund erlebt. Er kann beides sein. Meistens versucht er die Kontrolle über alles was mich betrifft zu haben und zeigt dabei auch reichlich Stresssymptome. Sobald ich aufstehe, steht er neben mir. Keinen Schritt kann ich ohne ihn gehen. Umarmen darf mich auch nicht jeder, sogleich steht Polizist Samir neben mir. Schaue ich ihn eine Spur zu wütend an, buddelt er sich ein 4 Meter tiefes Loch und wirft Zweige über sich, damit ich ihn nicht finden kann. Verrückt trifft es auf den Punkt. Dankbar nahm ich nun das Angebot an und war gespannt, was mich erwartete. Michael zeigte mir neben dem Hotel ein Gebäude, das mehrere Räume mit Betten hatte. Es waren keine Hotelräume, eher Lagerräume. In einem der Räume könnte ich mit Samir wohnen, bzw. er alleine, da es keine sanitären Anlagen und keinen Strom gab. Für eine Nacht okay, aber für mich defnitiv nicht auf Dauer machbar. Meine Hoffnung schwand. War es ein Fehler gewesen? Diese Nacht beschloss ich, Samir im Auto zu lassen. Dort verweilte er am Liebsten. Er hatte dort sein Bett, genug Wasser, was zum Kauen und zu kalt war es für diese eine Nacht nicht. Am nächsten Tag bot sich jedoch eine überraschende Wendung! Welche? Das erfahrt ihr im nächsten Beitrag 🙂

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4 Comments

  • Reply Irland – Die Ankunft #1 | Join my escape! 17. November 2016 at 19:00

    […] Abends saßen wir noch in einem Pub, genossen unseren Tee und hier begann ein Punkt, an dem ich kurz davor war meine Sachen zu packen und zu gehen…. Das erfahrt ihr hier […]

  • Reply Edgar 18. November 2016 at 21:55

    Na dann scheint ihr ja eine gute Lösung gefunden zu haben – ich bin gespannt auf die Fortsetzung! Bislang scheinst du ja eine gute Planung, eine gute Intuition, und/oder auch ein bisschen Glück gehabt zu haben. Auf jeden Fall freut es mich, dass bisher alles für euch so gut lief! Schreib doch bei Gelegenheit mal über deinen neuen Alltag als Horse-Au-Pair! Liebe Grüße aus dem grau in grau verregneten Rheingraben!

  • Reply Mario Piepenburg 19. November 2016 at 13:55

    Wenn alle Hundebesitzer dein Verständnis und Einfühlungsvermögen für die Seele eines Hundes hätten, sähe die Welt für viele Hunde weit besser aus.

  • Reply Wohin mit meinem Hund? #3 | Join my escape! 6. Dezember 2016 at 19:53

    […] Hier geht´s zum zweiten Teil: Irland – Du kommst hier nicht rein #2 […]

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