Reisebericht Irland

Wohin mit meinem Hund? #3

6. Dezember 2016

Hier geht´s zum zweiten Teil: Irland – Du kommst hier nicht rein #2

Samir im Kofferraum, Lia im warmen Hotelzimmer. Mein schlechtes Gewissen hämmerte mit aller Macht an meine innere Schädelwand und mein Innerstes sagte mir, dass man mir den Hund am Besten abnehmen sollte. Er war doch mein Baby, wie konnte ich so gemein und egoistisch zu ihm sein? Auf der anderen Seite wusste ich, dass ein Hund nicht stundenlang im Auto liegt und seinen nächstes Schlachtplan gegen mich aushecken würde. Er lag sehr wahrscheinlich einfach nur da und fühlte sich pudelwohl in seinem kuschelweichen Bett, seinem Trinken und seinem fetten Knochen. Wer mich kennt, weiß was mir Samir bedeutet und dass es einer der schlimmsten Entscheidungen war, die ich treffen konnte für mich und meinen Hund.

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Doch wie ging es weiter? Wo schlief Samir in der nächsten Nacht? Lies selbst.

Wenn es Etwas gibt, was die Iren können, dann ist es die Gabe immer unpünktlich zu sein. Ich will das nicht auf alle Iren übertragen, aber hier fällt mir das besonders auf. Wenn Michael mir mitteilte, er würde mich um 10 Uhr holen, kann ich mittlerweile um 10 Uhr nochmal ganz gemütlich die „Snooze“ Funktion an meinem Wecker drücken und mich nochmal umdrehen. 😆 Für viele absolute Unhöflichkeit. Da ich selbst nie der pünktlichste Mensch war und wahrscheinlich auch niemals sein werde, kann ich ganz gut darüber hinwegsehen. So kann er mir schließlich niemals vorwerfen nicht pünktlich zu sein 😋

Jeder Mensch braucht eine kleine Macke findet ihr nicht? 😉

Im Stall selbst arbeitet außerdem noch Attila, ein Mann aus Ungarn, der seit acht Jahren hier lebt. Er zeigte uns am ersten Tag alles Nötige und unternahm auch einen ersten Ritt mit uns. Langsam tauchte ich nun immer mehr in dieses wundervolle Land ein

Auf die Pferde und ihre Eigenarten gehe ich nochmal gesondert ein.

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Samir verbrachte mit mir den ganzen Tag im und am Stall und genoss sichtlich seine Freiheiten. Gelegentlich besucht er einen Hund 200 Meter vom Hof entfernt. Allerdings meldete sich wieder mein schlechtes Gewissen, da ich Samir wohl in dieser Nacht wieder im Auto lassen musste. Attila kam abends allerdings noch auf mich zu und begann davon zu sprechen, dass er Samir mitnehmen würde auf eine Runde. Ich war sichtlich verwirrt und wusste nicht so recht, was ich davon halten sollte. Samir mochte ihn von Anfang an, jedoch hatte Attila auf mich nicht wie ein übermäßiger Hundefreund gewirkt. Eher reserviert.

Ich beschloss einfach mal eine Runde mit ihm zu gehen und alles auf mich zukommen zu lassen. Hatte ich denn eine Wahl? Vor dem Hotel stellte er mir seine „Lady“ vor, wie er seine Freundin immer nannte. Sie war auf dem Weg zur Arbeit und wir begleiteten sie. Da beide aus Ungarn kommen, sprechen sie kein perfektes aber fließendes Englisch, aber verständigen konnte man sich allemal. Hier wirkte auch Attila komplett verändert. Er ging viel mehr auf Samir ein, spielte mit ihm und machte allerlei Späße. Samir gefiel das sichtlich. Nach einer einstündigen Runde schlug er mir vor, der Hund könne bei ihm bleiben in der Nacht. Ich war so erleichtert, dass ich mich kaum traute es zu glauben. Mein Hund bekam einen warmen Platz und war nicht alleine.

Gesagt getan. Ich brachte meine Sachen für Samir vorbei und so schläft er nun seitdem die Nächte bei Attila und seiner Freundin im Haus. Attila gehört mittlerweile zu einem meiner engsten Freunde hier auf der Insel. Egal ob es eine Tanzparty bis morgens um fünf im Pub ist, ein Tag an den schönsten Stränden Irlands oder die Arbeit im Stall ist, wir rocken viele tolle Tage und die Zeit wird unvergessen bleiben für mich 🙂

Samir ist mir unheimlich wichtig, wenn nicht sogar das Wichtigste, ich bin einfach unheimlich froh, dass er hier so unbeschwert jeden Tag mit mir verbringen kann. Zudem bin ich Michal für alles, was er tut so dankbar. Er gibt sein Bestes und hat seine Versprechen bisher immer gehalten. Selten habe ich Jemanden erlebt, der Dinge so schnell in die Tat umsetzen kann. Samir sollte mir jedoch noch einigen Kummer bringen. Denn kurz darauf tat er Etwas, was mein Leben erheblich erschweren sollte….

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2 Comments

  • Reply Natalie Brunschweiler 10. Dezember 2016 at 19:57

    Hallo, verfolge deinen Irland Blog ganz gespannt. Du sprichst mir oft aus der Seele wenn du von Irland sprichst. Für mich ist es das schönste Land auf der Welt.
    Bin schon gespannt auf deinen nächsten Beitrag. Spann uns nicht so auf die Folter😁

  • Reply Samir wird Papa und ich arm! #4 | Join my escape! 15. Dezember 2016 at 19:42

    […] Letzter Beitrag:  Wohin mit meinem Hund?  […]

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